Die Sau auslassen

Pünktlich zu beginn der Fastenzeit bekomm ich gern Appetit auf deftiges. Oder liegts nur an der Oscar Nacht und den verhungerten Gestalten am Red Carpet? Egal. Zumindest war ich über die Nachricht erfreut, dass unser Wollschweinefleischlieferant wieder etwas im Angebot hat.

Gemeinsam mit meinem Kollegen wurde auch ein Stück Karree bestellt. Als er mir meinen Anteil brachte, hatte er auch von seinem Teil noch 3cm Fett mit Schwarte dabei, mit dem er nichts anzufangen wusste.  Da kamen bei mir gleich verloren geglaubte Kindheitserinnerungen zum Vorschein.

srlRohmaterial

Mein Vater war gelernter Fleischhauer und wir haben uns auch mal ein Schwein im Garten gehalten. Als das dann geschlachtet wurde, oder wenn er bei meinen Onkeln, einige Schweinebauern sind darunter, mit half am Schlachttag, gabs immer einige Tage zu tun beim verarbeiten einer ganzen oder halben Sau.

Eine meiner Tätigkeiten dabei war Streifen vom Schweinefett in die Wurstmaschine zu stopfen. Was wurde daraus am Ende? Grammeln und Schweineschmalz, getrennt und nicht vermischt. Also versuch ich mich einfach daran. Erst mal googlen wie das gehen könnte.

Da las ich dann was von Wasser und Milch beifügen und so komisches Zeugs, aber doch auch paar brauchbare Tipps. Alle schrieben aber davon, das Fett in Würfel zu schneiden. Das ging nun wirklich nicht, da das ja meiner Kindheitserinnerung widersprach. Also habe ich es in ca. 1 mal 1cm dicke Streifen geschnitten und die Schwarte entfernt.

srlAllesBereit

Während die Streifen durch den Fleischwolf gingen, habe ich schon mal die Schwarten im Topf ausgelassen. Die verarbeitete Fettmasse war dann schon etwas fein. Kommt mir aber auch entgegen, da ich die Grammeln gern etwas feiner hab. Auch wenns dann nicht mehr so grammelt im Mund.

srlBaz

Die Schwarten raus aus dem Topf und den Brei rein. Generell habe ich eher wenig Hitze genommen. Dauert dann länger, aber ich hatte ja Zeit und wollte auch nicht, dass das Fett dunkler wird. Der Geruch sorgte für die nächste Kindheitserinnerung …. Faschingskrapfen. Ja, die hatten wir früher im Schweineschmalz raus gebacken, damals, als noch alles besser war, weil sich keiner Gedanken um Fette gemacht hat.

srlNipTuck

Die Optik erinnert eher an Serien wie Nip-Tuck oder Dokus über Fettabsaugungen. Ich habe dann immer das flüssige Schmalz mit einem kleinen Schöpfer abgeschöpft und in einen kleineren Topf gesiebt, aber soviel Schmalz drinnen gelassen, dass die Grammeln geschwommen sind. Laut Google lässt man das ganze Schmalz im Topf und schöpft nur die Grammeln ab. Als dann die die Grammeln schön goldig waren, wurde der Rest ins Sieb geleert und die Grammeln auch etwas ausgepresst.

srlFertig

Natürlich hab ich gleich paar gekostet und bekam Appetit auf ein Grammelbrot. Da ich kein Brot zu hause hatte (!!), habe ich mir eins bringen lassen. Der Bote hat natürlich auch gleich eins verdrückt. Übrig blieben dann noch so 100 Gramm Grammeln. Erst wollte ich ja Knödel machen, aber dann habe ich doch wieder nach Alternativen gesucht, die weniger schmutziges Geschirr verursachen. Fündig wurde ich im Burgenland bei Grammelpogatscherl. Fast genau das Rezept, nur mit einem Dampfl, weil mein Germ schon etwas drüber war. Das fein hacken der Grammeln hab ich mir ja sparen können und ausgestochen hab ich sie auch nicht, sondern einfach mit der Teigkarte zugeschnitten.

srlGrammelpogatscherl

Ach ja, und das Salz hab ich vergessen. Schmeckt man auch.

 

 

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2 Kommentare zu “Die Sau auslassen

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